Jurybegründung

Uwe-Michael Gutzschhahn gehört zu den wichtigsten Übersetzern der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. Sein umfangreiches Œeuvre zeichnet sich zunächst durch die Vielfalt der Genres aus: Bilderbücher (wie Noch mal! von Emily Gravett), Kinderbücher (wie Legendtopia von Lee Bacon), Sachbücher (wie Was juckt mich da? Von Nicola Davies) und Jugendbücher (wie Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen von Steven Herrick) hat er präzise und textsortengerecht ins Deutsche übertragen. Dabei bleiben stilistische Merkmale wie Autorenstil in Wortwahl und Satzbau, Sprachvarietäten wie Slang oder Märchensprache und Textsortenstil wie SMS stets erhalten.
Gutzschhahn ist ein Meister der Stimmimitation und nimmt, obwohl selbst erfolgreicher Autor, seinen eigenen Stil stets zugunsten des zu übersetzenden Originals zurück. Besonders deutlich sieht man dies bei Kevin Brooks, als dessen deutsche Stimme man Gutzschhahn mit Fug und Recht bezeichnen kann. Ein Meisterwerk der Übersetzungskunst, das hier eine besondere Erwähnung verdient, ist Zorgamazoo von Robert Paul Weston. Die Übersetzung ist geradezu ein Leuchtfeuer ihrer Art. Man gewinnt den Eindruck, dass Gutzschhahn an der Auseinandersetzung mit den dort vertretenen Höchstschwierigkeiten Freude hatte. Reime, Phantasiewörter, Lautmalereien, sprechende Namen, Slang, verschiedene Sprecher usw. boten unzählige Herausforderungen. Die Wirkung und die Stimmung des Originals bleiben erhalten, eben weil sich Gutzschhahn auf mutige, kreative Lösungen einlässt.