Kopfschuss

Cover Susan Vaught (Text)
Ann Lecker-Chewiwi (Übersetzung)
Kopfschuss
Aus dem Englischen von Ann Lecker-Chewiwi
cbt in der Verlagsgruppe Random House
ISBN: 978-3-570-30415-0
€ 8,99 (D), € 9,30 (A), sFr 13,50
384 Seiten
Ab 14

Nominierung 2012, Kategorie: Preis der Jugendjury

Jurybegründung
Stell dir vor, du erwachst und dir fehlt ein Jahr deines Lebens.
Deine Eltern verhalten sich seltsam. Warum?
Dein bester Freund hasst dich. Warum?
Du hast abgedrückt. Warum?
Niemand will dir Antwort geben. Einzig die Schwester deines besten Freundes und ihre Großmutter behandeln dich normal, reden mit dir und zwingen dich damit, über deine Entscheidung nachzudenken.

Man beginnt zu lesen und ist verwirrt. Aber das ist okay, denn der Protagonist ist es auch. Von Anfang an sieht man die Welt durch Jerseys Augen und gemeinsam fügt man die Scherben des vergangenen Jahres zusammen. Denn Jersey sucht nach den Gründen für seinen Selbstmordversuch, um zu entscheiden, ob er weiterleben oder endgültig gehen möchte.
Das Buch lebt nicht nur von den Dialogen, sondern auch von den wirren Gedankengängen des Protagonisten. Egal ob „Gummischnürsenkel“, „Froschfürze“ oder „Cheerleader“, Jersey muss zwanghaft alles aussprechen. Die Autorin beschreibt die Situation nach einem Selbstmordversuch realistisch, fesselnd und emotional. Dabei stellt sie die Tiefe der Charaktere authentisch dar. Das Buch greift das gesellschaftliche Tabuthema Selbstmord bei Jugendlichen überzeugend, mitreißend und vor allem humorvoll auf. Trotz des ernsten Themas wirkt der Text nie belehrend, sondern zaubert, durch die gelungene sprachliche Umsetzung meist ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers.

AUTORIN
Susan Vaught
  Susan Vaught,
untersucht als Neuropsychologin Hirnfunktionsstörungen und die Ursachen für Suizid. Sie lebt mit ihrer Familie in Tennessee/USA.

© Foto: privat

ÜBERSETZERIN
Ann Lecker-Chewiwi
  Ann Lecker-Chewiwi,
hat Literaturübersetzen an der HHU in Düsseldorf studiert. Seit 2007 arbeitet sie als  Übersetzerin von literarischen Texten und Theaterpädagogin in London.

© Foto: privat

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