Jugendjury

Die Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis ist eine unabhängige Jury, in der seit 2003 jährlich ca. 100 Jugendliche eine Nominierungsliste erstellen und einen Preis vergeben. Der Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. hat damit die Beteiligung von Jugendlichen an der Preisfindung, die seit 1972 besteht, konsequent weiterentwickelt. Ihm ist es ein Anliegen, den Jugendlichen ihren Einsatz im Rahmen der Jugendjury zu zertifizieren. Eine angemessene Anerkennung erhalten sie seit 2008 durch einen Bildungspass - den Kompetenznachweis Kultur.
 
Die Jury setzt sich aus sechs über die Bundesrepublik verteilten Leseclubs zusammen, die vom Vorstand des Arbeitskreises für Jugendliteratur auf eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berufen werden.
 
Bücherfresser Fulda
der Kinder-Akademie und der Stadtbibliothek Fulda (Hessen)
 
 
Wir sind der Leseclub Die Bücherfresser aus Fulda und bestehen aus 17 Mitgliedern zwischen elf und 21 Jahren und zwei Teamern. Unser Leseclub ist eine Kooperation der Kinder-Akademie Fulda und der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda. Jedes Jahr durchstöbern wir die Novitäten, wählen die interessantesten Bücher aus, lesen, diskutieren und präsentieren sie. Unsere Treffen machen immer Spaß. Unser Leseclub ist etwas sehr Besonderes, da wir selbst bestimmen, was wir
lesen und nicht das nehmen müssen, was in der Bibliothek vorhanden ist oder irgendwelche Erwachsenen für pädagogisch wertvoll befinden.
 
Jugendleseclub Beckum
der Evangelischen Kirchengemeinde Beckum (NRW)
 
 
Der Jugendleseclub Beckum wurde 2006 gegründet. Seitdem treffen sich 15 Buchbegeisterte im Alter von zwölf bis 19 Jahren regelmäßig im evangelischen Gemeindezentrum. Dort wird rege über aktuelle Titel und Trends auf dem Buchmarkt diskutiert; ein solches Treffen wird von den Jugendlichen stets mit einem neuen Stapel Lesefutter verlassen. Zudem organisieren die Mitglieder kleinere bis größere Events und
Aktionen: So konnten bisher schon ein Fotowettbewerb zum Sommerleseclub, ein gemütlicher Filmabend für andere Jugendliche sowie mehrere Buchpräsentationen mit den besten Tipps für den Sommer realisiert werden. Auch die Jugendbuchabteilung der Bücherei Beckum wurde durch den Jugendleseclub bunter und schöner. In der lokalen Presse wurden bereits Buchrezensionen der Jugendleseclub-Mitglieder veröffentlicht.
 
Lese-AG
der Bergschule St. Elisabeth, Bad Heiligenstadt (Thüringen)
 
 
Die Lese-AG der Bergschule besteht seit 2006. Im Januar 2012 wurden wir von Bundesministerin Dr. Kristina Schröder in die Jugendjury 2013/2014 berufen. Hauptsächlich lesen wir Neuerscheinungen und schreiben darüber in unserem Blog www.elisabethliest.blogspot.de. Dort finden sich aber natürlich auch Besprechungen von „Klassikern“ der Kinder-und Jugendliteratur. Wir haben einen eigenen Raum

für unsere Arbeit in der Bergschule. St. Elisabeth. Dort treffen wir uns einmal in der Woche nach der Schule. Alle zwei Monate kommen wir zu einem langen „Keksnachmittag“ zusammen, um über unsere Favoriten zu reden. Neben der Juryarbeit veranstalten wir Lesenächte, Autorenlesungen und lesen bei passenden Gelegenheiten auch gerne mal selbst Bücher vor (Tag der offenen Tür, Schulfeste, in den unteren Klassen usw.). In unserem Leseclub sind derzeit 21 Teilnehmer zwischen elf und 16 Jahren, die überwiegend an der Bergschule zu Hause sind. Besonders freuen wir uns immer auf die Fahrten zu den großen Buchmessen – aber auch Fahrten in kleineren Gruppen werden gerne unternommen. Sofern uns neben der Juryarbeit noch Zeit bleibt, kümmern wir uns auch um Kontakte in der Stadt, z.B. zur örtlichen Presse und zu den Buchhandlungen.

 
LEPORELLO Leseclub
der LEPORELLO Buchhandlung (Berlin)
 
Leporello  
Genial, weltverändernd, innovativ und preisverdächtig - all das sind wir nicht, diese Anforderungen müssen die Bücher, die wir mit Leidenschaft lesen, allerdings erfüllen. Wir, eine bunt zusammengewürfelte Truppe mit verschiedensten Leseinteressen vom Historienroman bis zu Science Fiction, verschlingen höchst kritisch jeden neuen Anwärter auf den Deutschen Jugendliteraturpreis. Unsere Gruppe ist ein eingespieltes Team, das auch schon Jahre vor der Juryarbeit miteinander
gelesen und diskutiert hat. Lesen ist sexy!
 
Münchner Bücherfresser
der Buchhandlung Buchpalast, München (Bayern)
 
 
Die Münchener Bücherfresser haben nur eins gemeinsam: Sie wohnen ganz in der Nähe der Buchhandlung Buchpalast und haben hier ihr Bücherfresser-Dasein entdeckt. Rund 20 Kinder und Jugendliche von zwölf verschiedenen Schulen im Alter von neun bis 18 Jahren lesen sich durch die Berge der Neuerscheinungen, machen Exkursionen zu Verlagen, diskutieren mit Autoren aus dem In- und Ausland, helfen Deutschlehrern
bei der Wahl ihrer Schullektüre und organisieren ihre eigene Website (www.diebuecherfresser.de). Alle zwei Wochen treffen sich die Mitglieder mit der Buchhändlerin Katrin Rüger zur Juryarbeit. Dabei achten die Bücherfresser nicht nur auf die Buchcover und ein Happy End, sondern haben mittlerweile eine ganz eigene Liste an Kriterien, welche ihnen bei einem guten Buch wichtig sind. Und was bei keinem der Treffen fehlen darf, ist ausreichend Essbares... Denn Bücherfresser brauchen jegliche Energiezufuhr für ihre Arbeit.
 
www.die-blaue-seite.de
Leseclub der Bücherpiraten e.V., Lübeck (Schleswig-Holstein)
 
  
Interviews mit Autoren, Rezensionen und aktuelle News aus der Welt der Literatur: All das findet man auf www.die-blaue-seite.de, einem Online-Literaturmagazin von und für Jugendliche. Wir, die zwölfköpfige Redaktion, treffen uns zwei Mal im Monat, um Aufgaben zu verteilen, Ideen zu sammeln und Neuerscheinungen zu diskutieren. Seit zwei Jahren sind wir außerdem ein Teil der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis.
 
Die Messebesuche in Leipzig und Frankfurt nutzen wir nicht nur für die Bekanntgabe der Nominierungen und die Verleihung der Preise, sondern auch um zahlreiche Autoren zu interviewen. Die Interviews lassen sich dann auf der Blauen Seite nachlesen.
 
Die Juryarbeit
 
Die Jugendjury arbeitet und entscheidet autonom. Jeder der sechs beteiligten Leseclubs nominiert einen Titel für den Preis der Jugendjury. Mit Hilfe eines Punktsystems wird aus diesen das Preisbuch der Jugendjury ermittelt; abstimmen kann nur, wer alle sechs Titel gelesen hat. Jede/r jugendliche Juror/in erstellt dafür zunächst ein individuelles Ranking der sechs Nominierungen der Jugendjury, d.h. er/sie ordnet den sechs Titeln Plätze von 1 (Favorit) bis 6 zu. Jede Platzierung ist dabei mit einer festen Punktezahl verknüpft. Die Ergebnisse werden der Geschäftsstelle des Arbeitskreises für Jugendliteratur übermittelt. Dort werden die Punkte der Leseclubs addiert und durch die Anzahl der Jurymitglieder geteilt. Der Titel mit der höchsten Punktzahl erhält den Preis der Jugendjury. Im Falle einer Pattsituation wird eine Stichwahl durchgeführt.