Jugendjury

Die Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis ist eine unabhängige Jury, in der seit 2003 jährlich ca. 100 Jugendliche eine Nominierungsliste erstellen und einen Preis vergeben. Der Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. hat damit die Beteiligung von Jugendlichen an der Preisfindung, die seit 1972 besteht, konsequent weiterentwickelt. Ihm ist es ein Anliegen, den Jugendlichen ihren Einsatz im Rahmen der Jugendjury zu zertifizieren. Eine angemessene Anerkennung erhalten sie seit 2008 durch einen Bildungspass - den Kompetenznachweis Kultur.
 
Die Jury setzt sich aus sechs über die Bundesrepublik verteilten Leseclubs zusammen, die vom Vorstand des Arbeitskreises für Jugendliteratur auf eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berufen werden. Sie können maximal zwei Amtszeiten hintereinander absolvieren.
 
Lese-AG
der Bergschule St. Elisabeth, Bad Heiligenstadt (Thüringen)
 
 
Seit fast zehn Jahren gibt es die Lese-AG der Bergschule St. Elisabeth. Als Mitglied der Jugendjury arbeiten wir seit 2013. Wir, das sind 32 Bergschülerinnen und -schüler zwischen elf und 18 Jahren, die vor allem zwei Leidenschaften – und einen gemütlichen Lese-AG-Raum – teilen: Bücher und Kekse.
Bücher tauschen wir in unserem allwöchentlichen kurzen Treffen, Kekse essen wir haufenweise bei den langen Sitzungen, die alle zwei Monate stattfinden und bei denen die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen werden.
Damit nicht nur wir uns darüber freuen können, dass wir die neuesten Kinder- und Jugendbücher (fast) als erstes lesen dürfen, teilen wir allen natürlich unsere Meinung in Rezensionen auf unserem Blog www.elisabethliest.blogspot.de mit. Neben den Neuerscheinungen finden sich hier auch die „Klassiker“ der Kinder- und Jugendliteratur.
Neben dem Lesen von Büchern und dem Schreiben von Rezensionen unternehmen wir auch viel mit der AG. Angefangen von den Fahrten zu den großen Buchmessen, die immer das Highlight unserer Arbeit ausmachen, über die unterschiedlichsten Reisen in Kleingruppen quer durch Deutschland bis zum Vorlesen am Tag der offenen Tür – wir sind immer dabei. Außerdem veranstalten wir Lesenächte und Autorenlesungen und halten engen Kontakt zur örtlichen Presse und natürlich auch zu den Heiligenstädter Buchhandlungen. Was ist unser Motto? „Lest, Leute, lest!“
 
Leseclub 2.0
der Bücherstube Klingler, Hainburg (Hessen)
 
 
Der Leseclub 2.0 der Bücherstube Klingler ist in Hainburg/Hainstadt zu Hause und besteht aus etwa 16 Viel- und Gernelesern im Alter zwischen elf und 20 Jahren. Wir treffen uns nun schon seit über drei Jahren regelmäßig, um uns von den Büchern zu erzählen, die wir gelesen haben.
Auch interessieren wir uns für die verschiedenen Erscheinungsformen von Büchern, vom E-Book bis zum Hörbuch, und für alles rund ums Buch: Buchtrailer und Verfilmungen, Buchbesprechungen im Internet oder den Feuilletons der Zeitungen, Lesungen und Poetry Slams – doch geht kaum etwas über das gedruckte Buch, den Duft beim Öffnen eines geliebten und vielgelesenen Buches oder beim ersten Durchblättern nach dem Entfernen der Schutzfolie. Unsere Leidenschaft sind Bücher – dieses Motto teilen wir mit dem Team der Bücherstube Klingler in Hainburg. Hier stellen wir an einem Jugendbuchabend im Herbst unter dem Titel "Welt(T)Räume" unsere liebsten Titel des Bücherjahres und Neuerscheinungen vor und haben auch schon Lesungen ausrichten können.
Bücher verbinden – sie bringen Menschen zusammen, die sich nie begegnet wären, bringen die Welt nach Hainburg, uns in alle erdenkbaren Welten und lassen uns die reale Welt nicht selten mit anderen Augen sehen.
     
Leseclub der Konrad-Adenauer-Realschule
Köln (Nordrhein-Westfalen)
 
  Wir sind der Kölner Leseclub der Konrad-Adenauer-Realschule und bestehen aus fünf Jungen und zehn Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren. Unsere Lesegruppe ist ausgesprochen aktiv und wir zeichnen uns durch überdurchschnittlichen Leseeifer und Engagement aus. Da wir uns auch als multikulturellen Leseclub verstehen, sind unsere Buchbesprechungen so vielfältig und spannend.
Durch unsere Arbeit in der Jugendjury haben wir Erfahrungen in der Bewertung von Büchern bekommen und konnten die neueste Jugendliteratur lesen. Dies ist einfach wunderbar und wir sind sehr froh darüber.
Bücher lesen ist für uns wie „wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne“ (Jean Paul). Lasst uns zusammen neue Welten entdecken.
 
Münchner Bücherfresser
der Buchhandlung Buchpalast, München (Bayern)
 
 
Die Münchener Bücherfresser haben eins gemeinsam: Sie wohnen ganz in der Nähe der Buchhandlung Buchpalast und haben hier ihr Bücherfresser-Dasein entdeckt. Rund 20 Kinder und Jugendliche von zwölf verschiedenen Schulen im Alter von neun bis 18 Jahren lesen sich durch die Berge der Neuerscheinungen, machen Exkursionen zu Verlagen, diskutieren mit Autoren aus dem In- und Ausland, helfen Deutschlehrern

bei der Wahl ihrer Schullektüre und organisieren ihre eigene Website (www.diebuecherfresser.de). Alle zwei Wochen treffen sich die Mitglieder mit der Buchhändlerin Katrin Rüger zur Juryarbeit. Dabei achten die Bücherfresser nicht nur auf die Buchcover und ein Happy End, sondern haben mittlerweile eine ganz eigene Liste an Kriterien, welche ihnen bei einem guten Buch wichtig sind. Und was bei keinem der Treffen fehlen darf, ist ausreichend Essbares ... Denn Bücherfresser brauchen jegliche Energiezufuhr für ihre Arbeit.

 
Pankower Leseclub
des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums und der Buchhandlung Buchlokal (Berlin)
 
 
Wir sind der Pankower Leseclub, der sich aus der Literatur AG des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums (CvO) und dem Leseclub der Buchhandlung Buchlokal zusammengefunden hat. Uns findet man mitten in Pankow, im Norden Berlins. Wir treffen uns wöchentlich und kommen aus fünf verschiedenen Schulen und allen Klassenstufen in der Bibliothek des CvO zusammen.
Bei unseren Treffen sprechen und diskutieren wir über unsere Lieblingsbücher, Neuentdeckungen, Klassiker und solche, die es werden könnten (und auch gerne über Ärgernisse). Wir sind bunt durchmischt, nicht nur vom Alter (zwölf bis 18), sondern auch was unseren Lesegeschmack betrifft: vom Fantasyfan bis zum Philosophen ist alles dabei. Dies regt zum Grübeln, zum Streiten, zum Plaudern, zum Schwärmen, zum Vorlesen und zum Staunen an.
Wir versorgen das Buchlokal mit Rezensionen, haben Redakteure von Schülerzeitungen in unseren Reihen, die dort von uns und der Literatur berichten, wir reisen zu Messen und Jurytreffen und tragen das Lesen in die Schule und unser Viertel.
 
Reading Teens
der Buchhandlung Christiansen, Hamburg (Hamburg)
 
   
Inzwischen sind wir in Altona schon eine Institution! 2015 feiern wir unser zehnjähriges Bestehen und sind sehr stolz darauf, bereits zum zweiten Mal Mitglied in der Jugendjury zu sein.
Die erste Generation unseres Jugendliteraturkreises übernahm diese Aufgabe für die Amtszeit 2009/2010 und mit viel frischem Wind haben wir jetzt das Ruder übernommen.
Regelmäßig treffen wir uns in unserem „Wohnzimmer“ der Buchhandlung Christiansen. Dort stürzen wir uns auf die vielen Neuerscheinungen, machen uns gegenseitig neugierig auf die von uns gelesenen Bücher und führen lebhafte Diskussionen über Inhalte, Buchcover, Schreibstil etc.
Wir pflegen Kontakte zu Jugendbuchverlagen in Hamburg und anderswo, gehen gerne zu Lesungen, diskutieren mit internationalen Übersetzern und stellen unsere Lieblingsbücher im Rahmen von öffentlichen Abendveranstaltungen mit viel Begeisterung vor.
Große Unterstützung bei unseren Aktionen bekommen wir von Margit Goebel, die uns außerdem bei jedem Treffen mit frischen Äpfeln vom Wochenmarkt verwöhnt.
Viele von uns sind schon seit Jahren dabei - denn unsere Treffen machen immer Spaß! Klar ist, bei uns ist jede Leseratte willkommen!  
 
 
Die Juryarbeit
 
Die Jugendjury arbeitet und entscheidet autonom. Jeder der sechs beteiligten Leseclubs nominiert einen Titel für den Preis der Jugendjury. Mit Hilfe eines Punktsystems wird aus diesen das Preisbuch der Jugendjury ermittelt; abstimmen kann nur, wer alle sechs Titel gelesen hat. Jede/r jugendliche Juror/in erstellt dafür zunächst ein individuelles Ranking der sechs Nominierungen der Jugendjury, d.h. er/sie ordnet den sechs Titeln Plätze von 1 (Favorit) bis 6 zu. Jede Platzierung ist dabei mit einer festen Punktezahl verknüpft. Die Ergebnisse werden der Geschäftsstelle des Arbeitskreises für Jugendliteratur übermittelt. Dort werden die Punkte der Leseclubs addiert und durch die Anzahl der Jurymitglieder geteilt. Der Titel mit der höchsten Punktzahl erhält den Preis der Jugendjury. Im Falle einer Pattsituation wird eine Stichwahl durchgeführt.