Aus der Jurybegründung

Schon in seinen ersten Erzählungen überrascht Andreas Steinhöfel mit Sprachwitz, unsentimentaler und gleichzeitig emphatischer Erzählweise und räumt mit gängigen Klischees im Kinder- und Jugendbuch radikal auf. Er besitzt selbst noch den kindlichen Blick, mit dem seine Helden auf die Welt und die Dinge schauen und versuchen, sie zu begreifen.
Seine Figuren leben oft am Rande der Gesellschaft und werden mit Gleichgültigkeit gestraft, doch sie lachen sich tapfer die Angst weg. Mit dem „tiefbegabten“ Rico und dem überschlauen Oskar schenkt der Autor seinen Leserinnen und Lesern Geschichten in einem sensibel ausgeleuchteten sozialen Milieu, die es so bisher in der Kinderliteratur nicht gegeben hat.
Niemals hebt Andreas Steinhöfel den Zeigefinger, denn er will erzählen, nicht belehren. „Leute, redet miteinander!“, lautet eine seiner wichtigsten Botschaften. Er gibt denen das Wort, die sich immer wieder auf den Weg machen und dabei nicht vergessen, solidarisch mit ihren Nachbarn zu sein.