Informationen zum Preis

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird als einziger Staatspreis für Literatur seit 1956 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und jährlich verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur.

Von Anfang an war der Deutsche Jugendliteraturpreis auch ein internationaler Preis: Eingereicht werden können neben deutschsprachigen Kinder- und Jugendbüchern genauso Titel fremdsprachiger Autoren – soweit sie ins Deutsche übersetzt wurden. (weitere Informationen zur Internationaltät des Preises)

Eine Kritikerjury, bestehend aus neun erwachsenen Juroren, vergibt den Deutschen Jugendliteraturpreis in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Parallel dazu verleiht eine unabhängige Jugendjury den Preis der Jugendjury. Sie besteht aus sechs über die Bundesrepublik verteilten Leseclubs. Die Jurys prüfen die Bücher aus der Produktion des Vorjahres und nominieren davon sechs Titel pro Sparte. Die Nominierungsliste wird am Donnerstag, dem 14. März 2013, auf der Leipziger Buchmesse verkündet.

Die Nominierungen sind die Grundlage für die Entscheidung der Jurys, die unabhängig voneinander ihre Preise vergeben. Die Kritikerjury zeichnet jeweils ein Buch in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch aus. Die Jugendjury prämiert einen Titel in der Sparte "Preis der Jugendjury". Die Preise sind mit 8.000 Euro pro Sparte dotiert und können zwischen Autoren, Illustratoren und Übersetzern aufgeteilt werden.

Am Freitag, dem 11. Oktober 2013, hat Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Sieger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2013 auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben und die Preise persönlich verliehen. Neben den Spartenpreisen wurde auch ein Sonderpreis in Höhe von 10.000 Euro für das Autoren-Gesamtwerk verliehen. Die Preissummen betrugen insgesamt 50.000 Euro. Zusätzlich erhielten die Preisträger eine Skulptur, die Michael Endes Momo darstellt. 

 
Die Organisation von Preisfindung und Bekanntgabe liegt beim Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. 
 
Das diesjährige Motiv hat die isländische Illustratorin Rán Flygenring, Kinderbuch-Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2012, gestaltet. Das Nominierungsplakat und die Nominierungsbroschüre sind beim Arbeitskreis für Jugendliteratur erhältlich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Nominierungungsbroschüre im PDF-Format kostenlos herunterzuladen.

Informationen zur Preisfigur
Seit 1996 erhalten die Preisträger neben der Preissumme auch eine Skulptur: die Momo. Gestaltet wurde die 30 cm hohe Bronzeplastik von dem Bildhauer Detlef Kraft (Darmstadt).
Er studierte an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin, war Meisterschüler bei Joachim Schmettau und wurde 1978 mit dem "Preis der neuen Darmstädter Sezession" ausgezeichnet. Momo, Preisstatue Deutscher Jugendliteraturpreis

Momo, die Heldin aus Michael Endes gleichnamigem Roman (erschienen 1973), gehört zu den Unangepassten der Gesellschaft. Das Mädchen mit der Schildkröte hat die besondere Fähigkeit, anderen geduldig zuzuhören, sie schenkt ihnen Zeit und Aufmerksamkeit, und das bringt ihr die Feindschaft der "Grauen Herren" ein. Deren Ziel ist es, die Zeit der Menschen zu kontrollieren und einzusperren in das Gefängnis von Effizienz und Zweckhaftigkeit. Momo nimmt den Kampf auf und besiegt mit Hilfe der Schildkröte Kassiopeia ihre Gegner: Die Zeit, symbolisiert in den Stundenblumen, kehrt befreit zu den Menschen zurück.

Michael Endes gesellschaftskritischer Roman entwirft eine positive Utopie. Sein Plädoyer für freie, unverplante Zeit scheint heute so notwendig wie damals. Denn die Voraussetzung für kulturelle Erfahrungen überhaupt – und damit auch für das Lesen – ist das Heraustreten aus den Geschwindigkeitsregeln und Effizienzbefehlen der Zivilisation und das Eintreten in die jedem Menschen eigene Zeit.

Momo erhielt 1974 den Deutschen Jugendliteraturpreis und wurde in über 40 Sprachen übersetzt. Sie ist in Island genauso bekannt wie in Japan oder am Kap der Guten Hoffnung. Diese Internationalität zeichnet auch den Deutschen Jugendliteraturpreis aus, mit dem neben deutschen Originalausgaben seit 1956 auch ins Deutsche übersetzte Bücher aus aller Welt prämiert werden.