Jugendjury

Die Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis ist eine unabhängige Jury, in der jährlich ca. 100 Jugendliche eine Nominierungsliste erstellen und einen Preis vergeben. Der Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. hat damit die Beteiligung von Jugendlichen an der Preisfindung, die seit 1972 besteht, konsequent weiterentwickelt. Ihm ist es ein Anliegen, den Jugendlichen ihren Einsatz im Rahmen der Jugendjury zu zertifizieren. Eine angemessene Anerkennung erhalten sie seit 2008 durch einen Bildungpass - den Kompetenznachweis Kultur.

Die Jury setzt sich aus sechs über die Bundesrepublik verteilten Leseclubs zusammen, die vom Vorstand des Arbeitskreises für Jugendliteratur auf eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berufen werden:

 
cg-Leseclub
des Clavius-Gymnasiums Bamberg (Bayern)
 
   
Der cg-Leseclub ist bereits im vierten Jahr Mitglied der Jugendjury. Er trifft sich einmal wöchentlich in der Mediothek mit seinem Teamer Marc Hupfer, um Neuerscheinungen zu besprechen oder Lesungen zu organisieren. Momentan umfasst er 22 aktive Mitglieder.



 
 
Die Bestseller
Leseclub der Uhland-Realschule (Baden-Württemberg)
 
   
Der Leseclub „Die Bestseller“ besteht aus zwölf lesefreudigen Schülerinnen und Schülern der Uhland-Realschule Göppingen der Klassen 5 bis 10. Von Fantasyfreaks bis zu Hörbuch„lesern“ hat in der Gruppe jeder einen Platz; die „Bestseller“ sind also durchaus vielseitig. Seit 2007 treffen sich die Mitglieder regelmäßig. Zu ihrem Programm gehören neben der Besprechung von Büchern (und auch ihren Verfilmungen) u.a. Exkursionen zu den Stuttgarter Buchwochen, Besuche in einer Druckerei und Buchbinderei, Lesenächte, ein schulinterner Aufsatzwettbewerb und Grillfeste. Momentan nimmt jedoch die Juryarbeit den größten Platz ein.
Der Leseclub ist eine Arbeitsgemeinschaft der Uhland-Realschule Göppingen, die aus einer Kooperation zwischen Schule und Stadtbibliothek Göppingen hervorging und von der Realschullehrerin Ingrid Käss betreut wird.
 
Jugendleseclub Beckum
der Evangelischen Kirchengemeinde Beckum (NRW)
 
   
Der Jugendleseclub Beckum wurde 2006 gegründet. Seitdem treffen sich 15 Buchbegeisterte im Alter von 12 bis 19 Jahren regelmäßig in der Bücherei Beckum. Dort wird rege über aktuelle Titel und Trends auf dem Buchmarkt diskutiert; ein solches Treffen wird von den Jugendlichen stets mit einem neuen Stapel Lesefutter verlassen. Zudem organisieren die Mitglieder kleinere bis größere Events und Aktionen: So konnten bisher schon ein Fotowettbewerb zum Sommerleseclub,
ein gemütlicher Filmabend für andere Jugendliche sowie mehrere Buchpräsentationen mit den besten Tipps für den Sommer realisiert werden. Auch die Jugendbuchabteilung der Bücherei Beckum wurde durch den Jugendleseclub bunter und schöner. In der lokalen Presse wurden bereits Buchrezensionen der Jugendleseclub-Mitglieder veröffentlicht.
 

Leipziger Jugend-Literatur-Jury
der Städtischen Bibliotheken Leipzig (Sachsen)

 
   
Die Leipziger Jugend-Literatur-Jury wurde 2004 gegründet und besteht derzeit aus 20 Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren aus zehn Leipziger Schulen. Seit ihrer Gründung vergibt sie ihren eigenen Preis für Jugendliteratur. Im Zuge dessen verkünden die Juroren jährlich auf der Leipziger Buchmesse ihre sechs Favoriten, die anschließend von Prominenten aus Wirtschaft, Politik und Kultur vorgestellt bzw. von den Jugendlichen selbst in Schulklassen vor Ort präsentiert werden.
Die Leipziger Jugend-Literatur-Jury wird von den Leipziger Städtischen Bibliotheken (Robert Elstner, Korina Kilian, Mareike Friesel) und der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt Südost (Ute Eidson) betreut.
 

Spandauer Jugendjury
der Kinder- und Jugendbibliothek Spandau (Berlin)

 
      
2005 fiel der Startschuss für ein neues Projekt der Spandauer Jugendbibliothek: Die Spandauer Jugendliteraturjury. Gemeinsam haben die Jugendlichen den Spandauer Jugendliteraturpreis aus der Taufe gehoben und drei Jahre lang vergeben. Nun bestimmen sie bereits zum vierten Mal mit, welches Jugendbuch den Deutschen Jugendliteraturpreis verdient. Die 18 buchaffinen Jugendlichen aus Berlin und Brandenburg im Alter von 14 bis 18 Jahren treffen sich alle zwei Wochen
in der zentralen Jugendbibliothek Berlin-Spandau. Mit Begeisterung kämpfen sie sich durch die Bücherberge der Neuerscheinungen und diskutieren gemeinsam über die Inhalte. Selbstverständlich muss dabei kein Blatt vor den Mund genommen werden, jede Äußerung findet Gehör.
 
www.die-blaue-seite.de
Leseclub der Bücherpiraten e.V., Lübeck (Schleswig-Holstein)
 

 

 
Die Blaue Seite“ ist ein Projekt der Lübecker Bücherpiraten. Es handelt sich um ein Online-Literatur-Magazin von Jugendlichen für Jugendliche, das jeden Monat etwa 3.000 bis 4.500 Leser findet. Von den 14 beteiligten Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren hat jeder seine Aufgaben: die einen kümmern sich um die Administration, die anderen um die Texte, Kolumnen, Mitmach-Aktionen und vieles mehr. Durch ihre dort präsentierten Rezensionen können die Mitglieder mit ihrer Meinung anderen Jugendlichen helfen, sich in der Masse der Jugendbücher zurechtzufinden oder einfach nur dazu anregen, selbst aktiv zu werden.
Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um altbewährte Lieblingsbücher oder brandneue Rezensionsexemplare der Verlage handelt. Darüber hinaus führen die Jungredakteure auch Interviews mit bekannten Jugendbuchautoren. Alle zwei Wochen findet eine Redaktionssitzung statt, in der alle aktuellen Themen besprochen werden.
 
Die Juryarbeit
 
Die Jugendjury arbeitet und entscheidet autonom. Jeder der sechs beteiligten Leseclubs nominiert einen Titel für den Preis der Jugendjury. Mit Hilfe eines Punktsystems wird aus diesen das Preisbuch der Jugendjury ermittelt; abstimmen kann nur, wer alle sechs Titel gelesen hat. Jede/r jugendliche Juror/in erstellt dafür zunächst ein individuelles Ranking der sechs Nominierungen der Jugendjury, d.h. er/sie ordnet den sechs Titeln Plätze von 1 (Favorit) bis 6 zu. Jede Platzierung ist dabei mit einer festen Punktezahl verknüpft. Die Ergebnisse werden nun der Geschäftsstelle des Arbeitskreises für Jugendliteratur übermittelt. Dort werden die Punkte der Leseclubs addiert und durch die Anzahl der Jurymitglieder geteilt. Der Titel mit der höchsten Punktzahl erhält den Preis der Jugendjury. Im Falle einer Pattsituation wird eine Stichwahl durchgeführt.